Lektoren
Blick zurück
Früher war es in der lateinischen Kirche so, dass gewöhnlich das Lektorat nur jenen Männern anvertraut wurde, die sich auch zum Priestertum berufen fühlten. In den Beschlüssen des 2. Vatikanischen Konzils wurden dann bestimmte Dienste den heutigen Zeitbedürfnissen angepasst. Von da an durften manche Dienste auch den Laien übertragen werden, so dass sie nicht mehr nur den Kandidaten für das Weihesakrament vorbehalten blieben. Der Lektor/in wird für den ihm/ihr eigenen Dienst, nämlich in der liturgischen Versammlung das Wort Gottes vorzulesen, eingesetzt.
Aufgaben
Deshalb kommt es ihm/ihr zu, in der heiligen Messe und bei anderen liturgischen Funktionen die Lesungen (nicht aber das Evangelium) aus der Heiligen Schrift vorzutragen. Auch die Fürbitten des allgemeinen Gebetes darf er/sie sprechen. Außerdem dürfen weiterhin der Eröffnungsvers, Psalmen und Rufe vor dem Evangelium gelesen oder gesungen werden.
Theologischer Hintergrund
Die Kirche verkündet durch den Lektor/in ein und dasselbe Mysterium Christi, wenn sie das Alte und wenn sie das Neue Testament im Gottesdienst verkündet. Denn im Alten Testament ist das Neue verborgen, und im Neuen Testament erschließt sich das Alte. Gott nimmt die Gottesdienst feiernde Gemeinde in Dienst, damit sein Wort sich ausbreite und verherrlicht werde und damit sein Name gepriesen werde bei den Völkern. Alle Christen aber sind eigentlich durch Taufe und Firmung im Geist Verkünder des Wortes Gottes. Sie haben die Gabe des Hörens empfangen und den Auftrag, das gehörte Wort Gottes in Kirche und Welt zu verkünden, zumindest durch das Zeugnis ihres Lebens.
Bei uns
In unserer Pfarrei gab es schon seit Anfang der achtziger Jahre unter H. Pfarrer Watzka Lektorinnen in der sonntäglichen Eucharistiefeier. In der sonntäglichen Frühmesse und zu anderen Gottesdiensten (außerhalb der Schulzeit) durften einige Ministranten den Lektorendienst mit übernehmen. Um die Gemeinde lebendig zu erhalten, hat sich ab 1989 unser neuer Pfarrer Prof. Dr. Matthew Kiliroor eigenständig bemüht, geeignete Frauen und Männer für den Lektorendienst zu gewinnen. Er war sehr erfolgreich und wir hatten in seinen Wirkungsjahren ca.15 Lektoren. Er war der Meinung, jeder sollte sich nur um seinen Dienst kümmern, die Ministranten um den Altardienst, und die Lektoren/innen um das Wort Gottes. Momentan verkünden in den wöchentlichen Abendgottesdiensten am Donnerstag und an den Sonntagen sowie bei Wort-Gottes-Feiern bzw. VAM am Samstag, 9 Lektoren das Wort Gottes. Jeweils am ersten Donnerstag im Monat wird vor dem Gottesdienst das Rosenkranzgebet für geistliche Berufe mit vorgebetet. Zu Beginn eines neuen Monats wird der Lektorenplan per E-Mail versendet bzw. ein paar Exemplare werden in der Kirche ausgelegt.
Kontakt
Reinhard Seifert
Tel. 09241 / 8588